Die wichtigsten Begriffe für Estrichwerke
EN 13813
Europäische Produktnorm für Estrichmörtel und Estrichmassen. Regelt Anforderungen, Prüfverfahren und CE-Kennzeichnung seit 2004.
Beispiel:
Bezeichnung: CT-C25-F4 nach EN 13813.
Siehe auch:
DoP
Die Declaration of Performance (Leistungserklärung) ist das zentrale Dokument der BauPVO, in dem Hersteller die Leistungen ihrer Bauprodukte erklären.
Die DoP ist rechtlich verbindlich und muss vor dem Inverkehrbringen erstellt werden. Sie enthält eine eindeutige Kennnummer, den Produkttyp, das AVCP-System, Hersteller-Angaben, den Verwendungszweck und die deklarierten Leistungen aller wesentlichen Merkmale. Für Estriche nach EN 13813 sind dies: Brandverhalten, Freisetzung korrosiver Substanzen, Wasserdurchlässigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit, Druckfestigkeit, Biegezugfestigkeit, Verschleißwiderstand, Trittschallverbesserung und Wärmeleitfähigkeit. Die DoP muss in der Sprache des Ziellandes verfasst und 10 Jahre aufbewahrt werden.
Technische Daten
Praxistipp:
Erstellen Sie DoP-Vorlagen für Standardprodukte und passen Sie nur die variablen Werte an
Beispiel:
DoP-Nr. 2024-CT-001: Zementestrich CT-C30-F5-A9 mit allen 9 deklarierten Eigenschaften.
Siehe auch:
FPC
Factory Production Control - Werkseigene Produktionskontrolle zur Qualitätssicherung. Pflicht für CE-Kennzeichnung.
Beispiel:
Tägliche Konsistenzprüfung, wöchentliche Festigkeitsprüfung.
Siehe auch:
ITT
Initial Type Testing - Erstprüfung vor CE-Kennzeichnung. Umfasst alle deklarierten Eigenschaften, gültig 5 Jahre.
Beispiel:
ITT-Bericht von akkreditiertem Labor, Kosten 1000-2000€.
Siehe auch:
CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne) ist das Pflichtzeichen für Bauprodukte im europäischen Binnenmarkt und bestätigt die Konformität mit harmonisierten Normen.
Das CE-Zeichen ist kein Qualitätssiegel, sondern eine Konformitätserklärung des Herstellers. Für Estriche nach EN 13813 ist es seit 2004 verpflichtend. Die Kennzeichnung umfasst das CE-Symbol, die Kennnummer der notifizierten Stelle (falls beteiligt), Name und Anschrift des Herstellers, die letzten zwei Ziffern des Jahres der Anbringung, die Nummer der Leistungserklärung, den Verweis auf EN 13813 und die deklarierten Leistungen. Die CE-Kennzeichnung muss auf dem Produkt, der Verpackung oder den Begleitpapieren angebracht werden. Falsche CE-Kennzeichnung kann zu Geldstrafen und Produktrückruf führen.
Technische Daten
Praxistipp:
Bewahren Sie alle CE-Dokumentationen 10 Jahre auf - bei Bauschäden werden diese angefordert
Beispiel:
CE 22 - Musterfirma GmbH - 22 - Nr. 001 - EN 13813 - CT-C25-F4
Siehe auch:
CT
CT (Cement screed) bezeichnet Zementestrich nach EN 13813, den meistverwendeten Estrichtyp mit Zement als hydraulischem Bindemittel.
Zementestrich ist der Allrounder unter den Estrichen. Er ist feuchteunempfindlich, frostbeständig und kann daher im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden. Die Hydratation des Zements führt zu einer dauerhaften, wasserunlöslichen Erhärtung. CT-Estriche schwinden beim Trocknen (0,4-0,6 mm/m) und benötigen daher Fugen. Sie sind nach 28 Tagen voll belastbar, die Belegreife wird je nach Dicke nach 4-8 Wochen erreicht. Vorteile sind die universelle Einsetzbarkeit, günstige Kosten und hohe Endfestigkeit. Nachteile sind die lange Trocknungszeit und das Schwinden.
Technische Daten
Praxistipp:
Bei dicken Estrichen >8cm Schwindverformungen durch Bewehrung oder Fasern reduzieren
Beispiel:
CT-C25-F4-A12 = Zementestrich mit 25 N/mm² Druck-, 4 N/mm² Biegezugfestigkeit, Abrieb A12.
Siehe auch:
Buchstabe A
12 Begriffe
Abbindezeit
Die Abbindezeit bezeichnet den kritischen Zeitraum vom Anmischen des Estrichmörtels mit Wasser bis zum Beginn der chemischen Erhärtung. In dieser Phase wandelt sich der plastisch verformbare Mörtel in einen festen Werkstoff um.
Die Abbindezeit ist ein entscheidender Parameter für die Verarbeitung von Estrichmörtel. Sie wird maßgeblich durch die Art des Bindemittels, die Umgebungstemperatur, die Luftfeuchtigkeit und eventuelle Zusatzmittel beeinflusst. Bei Zementestrich beträgt sie typischerweise 2-4 Stunden, bei Calciumsulfatestrich 3-5 Stunden. Während dieser Zeit muss der Estrich vollständig eingebaut, nivelliert und verdichtet werden. Nach Überschreitung der Abbindezeit ist keine ordnungsgemäße Verarbeitung mehr möglich, da die beginnende Hydratation zu einer irreversiblen Verfestigung führt.
Technische Daten
Praxistipp:
Verlängerung durch Verzögerer möglich, bei hohen Temperaturen kürzere Mischzeiten planen
Beispiel:
Ein CT-C25-F4 hat bei 20°C eine Abbindezeit von ca. 3 Stunden. Bei 30°C verkürzt sich diese auf etwa 1,5 Stunden.
Siehe auch:
Abriebwiderstand
Der Abriebwiderstand beschreibt die Widerstandsfähigkeit der Estrichoberfläche gegen mechanischen Verschleiß durch Begehung, Befahrung oder andere mechanische Beanspruchungen.
Der Abriebwiderstand ist eine wesentliche Eigenschaft für die Dauerhaftigkeit und Nutzungsdauer von Estrichoberflächen. Er wird nach EN 13892-3 mittels der Böhme-Prüfung (BCA-Test) ermittelt und in A-Klassen von A1 (höchster Widerstand, < 1,5 cm³/50cm²) bis A22 (22 cm³/50cm²) klassifiziert. Die Prüfung erfolgt durch Schleifen der Oberfläche mit genormtem Schleifmittel unter definierter Last. Der Volumenverlust wird nach 16 Prüfzyklen gemessen. Hochbeanspruchte Industrieflächen benötigen mindestens Klasse A6, während für Wohnbereiche A12-A15 ausreichend ist.
Technische Daten
Praxistipp:
Oberflächenveredelung mit Hartstoffen oder Versiegelungen kann den Abriebwiderstand deutlich verbessern
Beispiel:
Ein Hartstoffestrich der Klasse A3 verliert maximal 3 cm³/50cm² bei der Böhme-Prüfung.
Siehe auch:
Abstreifer
Spezialwerkzeug zum Glätten und Verdichten der frischen Estrichoberfläche. Meist aus Aluminium oder Edelstahl, Länge 1,5-3m.
Siehe auch:
Adhäsion
Haftvermögen zwischen Estrich und Untergrund, besonders wichtig bei Verbundestrich. Mindesthaftfestigkeit 1,5 N/mm².
Siehe auch:
Anhydrit
Anhydrit ist wasserfreies Calciumsulfat (CaSO₄) und dient als Hauptbindemittel in Calciumsulfatestrich (CA-Estrich). Durch Wasserzugabe hydratisiert es zu Gips und bildet dabei ein festes Kristallgefüge.
Anhydrit kommt sowohl als Naturanhydrit aus Bergwerken als auch als synthetisches Produkt (REA-Anhydrit aus der Rauchgasentschwefelung) zum Einsatz. Die Hydratation zu Dihydrat (Gips) erfolgt nach der Reaktionsgleichung CaSO₄ + 2H₂O → CaSO₄·2H₂O. Dieser Prozess läuft bei reinem Anhydrit sehr langsam ab und wird daher durch Anreger wie Kaliumsulfat oder Portlandzement beschleunigt. Der entstehende Gips bildet nadelförmige Kristalle, die sich zu einem tragfähigen Gefüge verzahnen. Anhydritestrich zeichnet sich durch geringe Schwindneigung, gute Wärmeleitfähigkeit und selbstnivellierende Eigenschaften aus, ist jedoch feuchteempfindlich.
Technische Daten
Praxistipp:
Anhydritestrich muss vor Feuchtigkeitseinwirkung geschützt werden - Restfeuchte < 0,5 CM-% für Beläge erforderlich
Beispiel:
Natürlicher Anhydrit wird auf < 0,2 mm gemahlen und mit 3-7% Anreger versetzt.
Siehe auch:
Anmachwasser
Wassermenge zum Anmischen des Estrichmörtels. Der w/z-Wert (Wasser-Zement-Wert) ist entscheidend für die Festigkeit.
Siehe auch:
Armierung
Bewehrung des Estrichs mit Stahlfasern, Glasfasern oder Bewehrungsmatten zur Erhöhung der Biegezugfestigkeit und Rissüberbrückung.
Beispiel:
Bei Heizestrich wird oft eine Bewehrungsmatte Q131 eingelegt.
Siehe auch:
AS
Kurzzeichen für Gussasphaltestrich (Mastic asphalt screed) nach EN 13813. Heißverarbeitbarer Estrich aus Bitumen und Gesteinskörnungen.
Siehe auch:
Aufheizprotokoll
Dokumentation des Aufheizvorgangs bei Heizestrich. Stufenweise Temperaturerhöhung über 3 Wochen nach DIN EN 1264-4.
Beispiel:
Tag 1-3: 25°C, Tag 4-7: max. Vorlauftemperatur, dann abkühlen.
Siehe auch:
Ausblühungen
Weiße Salzablagerungen auf der Estrichoberfläche durch kapillaren Wassertransport und Verdunstung. Meist Calciumcarbonat oder Sulfate.
Beispiel:
Ausblühungen können mechanisch entfernt oder mit Säure behandelt werden.
Siehe auch:
Ausgleichsfeuchte
Feuchtigkeitsgehalt des Estrichs im Gleichgewicht mit der Umgebungsluft. Wichtig für die Beurteilung der Belegreife.
Siehe auch:
AVCP
Assessment and Verification of Constancy of Performance - EU-System zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit von Bauprodukten. Für Estriche gilt System 4.
Beispiel:
AVCP System 4 bedeutet Eigenverantwortung des Herstellers ohne externe Überwachung.
Siehe auch:
Buchstabe B
10 Begriffe
BauPVO
Die Bauproduktverordnung (EU 305/2011) ist die zentrale EU-Verordnung zur Harmonisierung der Vermarktungsbedingungen für Bauprodukte im europäischen Binnenmarkt.
Die BauPVO löste 2013 die Bauproduktenrichtlinie ab und schafft einheitliche Rahmenbedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten in der EU. Sie definiert Grundanforderungen an Bauwerke, harmonisierte technische Spezifikationen und das System zur Bewertung der Leistungsbeständigkeit (AVCP). Für Estriche bedeutet dies die Pflicht zur CE-Kennzeichnung nach EN 13813, die Erstellung einer Leistungserklärung (DoP) und die Einhaltung des AVCP-Systems 4. Die Verordnung verfolgt das Ziel, technische Handelshemmnisse abzubauen und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Technische Daten
Praxistipp:
Die DoP muss 10 Jahre aufbewahrt und auf Anfrage vorgelegt werden können
Beispiel:
Ein Estrichhersteller muss für jeden Estrichtyp eine DoP erstellen und das CE-Zeichen anbringen.
Siehe auch:
BCA-Prüfung
Böhme-Prüfung zur Bestimmung des Verschleißwiderstands. Schleifscheibe mit definierter Belastung, Messung des Volumenverlust in cm³/50cm².
Siehe auch:
Belegreife
Die Belegreife bezeichnet den Zustand eines Estrichs, bei dem die Restfeuchte so weit abgetrocknet ist, dass Bodenbeläge ohne Schäden verlegt werden können.
Die Belegreife ist ein kritischer Meilenstein im Bauprozess. Sie hängt von Estrichart, Dicke, Umgebungsbedingungen und geplanter Nutzung ab. Eine verfruhte Belegung kann zu Schäden wie Blasenbildung, Ablösungen oder Schimmelbildung führen. Die Messung erfolgt mittels CM-Methode an repräsentativen Stellen. Bei Heizestrichen gelten schärfere Grenzwerte. Die Trocknungszeit kann durch Zwangstrocknung, Belegreifheizen oder spezielle Schnellestriche verkürzt werden. Vor der Belegung sollte zusätzlich die Oberflächenfestigkeit geprüft werden.
Technische Daten
Praxistipp:
Dokumentieren Sie alle CM-Messungen mit Datum, Ort und Messwert für die Gewährleistung
Beispiel:
Bei Parkettverlegung auf Heizestrich: CT max. 1,8 CM-%, CA max. 0,3 CM-%.
Siehe auch:
Belegreifheizen
Kontrolliertes Aufheizen von Heizestrich zur Trocknung. Protokollpflichtig mit stufenweiser Temperaturerhöhung und Abkühlung.
Beispiel:
Start frühestens 21 Tage nach Estricheinbau bei Zementestrich.
Siehe auch:
Beschleuniger
Zusatzmittel zur Verkürzung der Abbinde- und Erhärtungszeit. Bei Zementestrich z.B. Calciumchlorid, bei CA-Estrich Kaliumsulfat.
Beispiel:
Dosierung 1-3% vom Zementgewicht, Vorsicht bei Bewehrung (Korrosion).
Siehe auch:
Bewehrung
Einlagen zur Erhöhung der Zugfestigkeit. Stahlmatten (z.B. Q131), Glasfasergewebe oder Kunststofffasern.
Beispiel:
Bewehrung in oberer Estrichhälfte, Betondeckung min. 15mm.
Siehe auch:
Bewegungsfuge
Durchgehende Fuge zur Aufnahme von Bewegungen zwischen Bauteilen. Breite 8-20mm, mit elastischem Material gefüllt.
Beispiel:
Bewegungsfugen müssen vom Estrich bis zum Belag durchgehen.
Siehe auch:
Biegezugfestigkeit
Widerstand des Estrichs gegen Biegung, gemessen in N/mm². Klassifizierung in F-Klassen (F1 bis F50) nach EN 13813.
Beispiel:
F4 = 4 N/mm² Biegezugfestigkeit, Standard für Wohnbereich.
Siehe auch:
Bindemittel
Stoff, der Zuschlagskörner verklebt und erhärtet. Haupttypen: Zement (CT), Calciumsulfat (CA), Magnesit (MA), Kunstharz (SR), Bitumen (AS).
Beispiel:
Bindemittelgehalt bei Zementestrich typisch 280-350 kg/m³.
Siehe auch:
Bitumen
Teerähnliches Bindemittel für Gussasphaltestrich. Thermoplastisch, bei 220-250°C verarbeitbar.
Siehe auch:
Buchstabe C
7 Begriffe
CA
CA (Calcium sulphate) bezeichnet Calciumsulfatestrich nach EN 13813, einen Estrich mit Anhydrit oder Alpha-Halbhydrat als Bindemittel.
Calciumsulfatestrich zeichnet sich durch schnelle Trocknung, geringe Schwindneigung, gute Wärmeleitfähigkeit und die Möglichkeit zur selbstnivellierenden Verarbeitung aus. Er ist besonders geeignet für Fußbodenheizungen aufgrund der guten Wärmeleitung und geringen Aufbauhöhe. Nachteile sind die Feuchteempfindlichkeit und die Notwendigkeit einer Grundierung vor zementgebundenen Belägen. CA-Estriche erreichen höhere Festigkeiten als Zementestriche bei gleicher Bindemittelmenge und sind bereits nach 2 Tagen begehbar. Die Verarbeitung erfolgt meist als Fließestrich mit maschineller Förderung.
Technische Daten
Praxistipp:
Vor Verlegung keramischer Beläge immer grundieren, um Ettringitbildung zu vermeiden
Beispiel:
CA-C30-F7 = Calciumsulfatestrich mit 30 N/mm² Druckfestigkeit und 7 N/mm² Biegezugfestigkeit.
Siehe auch:
Calciumsulfat
Sammelbegriff für Anhydrit (CaSO₄) und Gips (CaSO₄ · 2H₂O). Bindemittel für CA-Estrich, feuchteempfindlich.
Beispiel:
Natürlicher oder synthetischer (REA-Gips) Rohstoff.
Siehe auch:
CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne) ist das Pflichtzeichen für Bauprodukte im europäischen Binnenmarkt und bestätigt die Konformität mit harmonisierten Normen.
Das CE-Zeichen ist kein Qualitätssiegel, sondern eine Konformitätserklärung des Herstellers. Für Estriche nach EN 13813 ist es seit 2004 verpflichtend. Die Kennzeichnung umfasst das CE-Symbol, die Kennnummer der notifizierten Stelle (falls beteiligt), Name und Anschrift des Herstellers, die letzten zwei Ziffern des Jahres der Anbringung, die Nummer der Leistungserklärung, den Verweis auf EN 13813 und die deklarierten Leistungen. Die CE-Kennzeichnung muss auf dem Produkt, der Verpackung oder den Begleitpapieren angebracht werden. Falsche CE-Kennzeichnung kann zu Geldstrafen und Produktrückruf führen.
Technische Daten
Praxistipp:
Bewahren Sie alle CE-Dokumentationen 10 Jahre auf - bei Bauschäden werden diese angefordert
Beispiel:
CE 22 - Musterfirma GmbH - 22 - Nr. 001 - EN 13813 - CT-C25-F4
Siehe auch:
CEM
Europäische Zementbezeichnung. CEM I = Portlandzement, CEM II = Portlandkompositzement, CEM III = Hüttenzement.
Beispiel:
CEM II/B-S 32,5 R = Portlandhüttenzement mit hoher Frühfestigkeit.
Siehe auch:
CM-Messung
Die CM-Messung (Calcium-Carbid-Methode) ist das Standardverfahren zur Bestimmung der Restfeuchte in Estrichen mittels chemischer Reaktion.
Bei der CM-Messung wird eine repräsentative Estrichprobe mit Calciumcarbid in einer Druckflasche zur Reaktion gebracht. Das entstehende Acetylengas erzeugt einen Druck, der proportional zum Wassergehalt ist. Die Probe muss aus der gesamten Estrichdicke entnommen und sofort zerkleinert werden. Bei Heizestrichen erfolgt die Entnahme im Bereich zwischen den Heizrohren. Die Messung dauert etwa 20 Minuten und liefert sofortige Ergebnisse. Wichtig ist die korrekte Kalibrierung des Geräts und die Verwendung frischen Calciumcarbids. Die CM-Methode ist gerichtsfest anerkannt und in Streitfällen maßgebend.
Technische Daten
Praxistipp:
Protokollieren Sie Entnahmeort, Datum, Uhrzeit und Prüfer - diese Dokumentation ist rechtlich relevant
Beispiel:
Bei 50g Zementestrichprobe und 1,8 CM-% Anzeige ist der Estrich belegreif für Parkett.
Siehe auch:
CT
CT (Cement screed) bezeichnet Zementestrich nach EN 13813, den meistverwendeten Estrichtyp mit Zement als hydraulischem Bindemittel.
Zementestrich ist der Allrounder unter den Estrichen. Er ist feuchteunempfindlich, frostbeständig und kann daher im Innen- und Außenbereich eingesetzt werden. Die Hydratation des Zements führt zu einer dauerhaften, wasserunlöslichen Erhärtung. CT-Estriche schwinden beim Trocknen (0,4-0,6 mm/m) und benötigen daher Fugen. Sie sind nach 28 Tagen voll belastbar, die Belegreife wird je nach Dicke nach 4-8 Wochen erreicht. Vorteile sind die universelle Einsetzbarkeit, günstige Kosten und hohe Endfestigkeit. Nachteile sind die lange Trocknungszeit und das Schwinden.
Technische Daten
Praxistipp:
Bei dicken Estrichen >8cm Schwindverformungen durch Bewehrung oder Fasern reduzieren
Beispiel:
CT-C25-F4-A12 = Zementestrich mit 25 N/mm² Druck-, 4 N/mm² Biegezugfestigkeit, Abrieb A12.
Siehe auch:
C-Klasse
Druckfestigkeitsklasse nach EN 13813. C5 bis C80, Zahl gibt Mindestdruckfestigkeit in N/mm² an.
Beispiel:
C25 = mindestens 25 N/mm² Druckfestigkeit.
Siehe auch:
Buchstabe D
8 Begriffe
Dämmschicht
Trittschall- oder Wärmedämmung unter schwimmendem Estrich. Mindestdicke 20mm bei Trittschalldämmung, Zusammendrückbarkeit max. 3-5mm.
Beispiel:
EPS DEO 150 = Polystyrol mit 150 kPa Druckspannung.
Siehe auch:
Darrmethode
Gravimetrische Feuchtemessung durch Trocknung bei 105°C bis zur Gewichtskonstanz. Referenzmethode für CM-Messung.
Siehe auch:
Dehnungsfuge
Fuge zur Aufnahme von Längenänderungen durch Temperatur und Schwinden. Bei Heizestrich alle 40m², max. 8m Kantenlänge.
Beispiel:
Türbereich immer mit Dehnungsfuge trennen.
Siehe auch:
DEO
Druckbelastbarkeit von Dämmstoffen. Angabe der Druckspannung bei 10% Stauchung in kPa.
Beispiel:
DEO ds = druckbelastbar, schallgedämmt.
Siehe auch:
DIN
Deutsches Institut für Normung - Nationale Normungsorganisation. DIN-Normen ergänzen europäische EN-Normen.
Beispiel:
DIN 18560 Serie für Estriche im Bauwesen.
Siehe auch:
DoP
Die Declaration of Performance (Leistungserklärung) ist das zentrale Dokument der BauPVO, in dem Hersteller die Leistungen ihrer Bauprodukte erklären.
Die DoP ist rechtlich verbindlich und muss vor dem Inverkehrbringen erstellt werden. Sie enthält eine eindeutige Kennnummer, den Produkttyp, das AVCP-System, Hersteller-Angaben, den Verwendungszweck und die deklarierten Leistungen aller wesentlichen Merkmale. Für Estriche nach EN 13813 sind dies: Brandverhalten, Freisetzung korrosiver Substanzen, Wasserdurchlässigkeit, Wasserdampfdurchlässigkeit, Druckfestigkeit, Biegezugfestigkeit, Verschleißwiderstand, Trittschallverbesserung und Wärmeleitfähigkeit. Die DoP muss in der Sprache des Ziellandes verfasst und 10 Jahre aufbewahrt werden.
Technische Daten
Praxistipp:
Erstellen Sie DoP-Vorlagen für Standardprodukte und passen Sie nur die variablen Werte an
Beispiel:
DoP-Nr. 2024-CT-001: Zementestrich CT-C30-F5-A9 mit allen 9 deklarierten Eigenschaften.
Siehe auch:
Druckfestigkeit
Widerstand gegen Druckbelastung in N/mm². Prüfung an Würfeln oder Prismen, Klassifizierung in C-Klassen (C5-C80).
Beispiel:
Mindestens 3 Prüfkörper, Mittelwert bilden.
Siehe auch:
Dünnschichtestrich
Estrich mit Nenndicke < 35mm. Meist kunstharzgebunden oder zementgebunden mit Faserbewehrung.
Beispiel:
Renovierung mit 10-20mm Dünnschichtestrich.
Siehe auch:
Buchstabe E
11 Begriffe
Effloreszenz
Ausblühungen durch kristallisierende Salze an der Oberfläche. Meist Calciumhydroxid, das zu Calciumcarbonat reagiert.
Beispiel:
Mechanisch entfernen oder mit verdünnter Säure behandeln.
Siehe auch:
Einbaufeuchte
Feuchtigkeitsgehalt des frischen Estrichmörtels. Bei Zementestrich ca. 8-12%, bei CA-Estrich 5-7%.
Beispiel:
Zu hohe Einbaufeuchte verlängert Trocknungszeit erheblich.
Siehe auch:
EN
Europäische Norm - In allen EU-Ländern gültige harmonisierte Standards. Ersetzt nationale Normen.
Beispiel:
EN 13813 ist die zentrale Norm für Estriche.
Siehe auch:
EN 13813
Europäische Produktnorm für Estrichmörtel und Estrichmassen. Regelt Anforderungen, Prüfverfahren und CE-Kennzeichnung seit 2004.
Beispiel:
Bezeichnung: CT-C25-F4 nach EN 13813.
Siehe auch:
EN 13892
Normenreihe für Prüfverfahren von Estrichmörteln. Teil 1-8 regeln verschiedene Prüfungen.
Beispiel:
EN 13892-2: Druck- und Biegezugfestigkeit.
Siehe auch:
Epoxidharz
Zweikomponentiges Kunstharz für hochbelastbare Estriche. Chemisch beständig, wasserdicht, schnell erhärtend.
Beispiel:
Industrieböden mit 5-10mm Epoxidharzestrich.
Siehe auch:
Erhärtungszeit
Zeit bis zum Erreichen der Nennfestigkeit. Bei Zementestrich 28 Tage, bei CA-Estrich 14-21 Tage.
Beispiel:
Frühfestigkeit nach 7 Tagen ca. 70% der Endfestigkeit.
Siehe auch:
Erstarrungsbeginn
Zeitpunkt des beginnenden Abbindens. Bei Zement nach Vicat-Nadel bestimmt, typisch 2-4 Stunden.
Siehe auch:
Estrich
Bauteil aus Estrichmörtel zur Lastverteilung, Niveauregulierung oder als Nutzschicht. Schichtdicke 10-80mm.
Beispiel:
Schwimmender Estrich auf Dämmschicht im Wohnungsbau.
Siehe auch:
Estrichmörtel
Gemisch aus Bindemittel, Zuschlag, Wasser und ggf. Zusatzstoffen. Frischmörtel vor dem Einbau.
Beispiel:
Werkfrischmörtel oder baustellengemischt.
Siehe auch:
Erstprüfung
ITT (Initial Type Testing) - Einmalige Prüfung vor erstmaligem Inverkehrbringen. Grundlage für CE-Kennzeichnung.
Beispiel:
ITT durch akkreditiertes Prüflabor, Kosten 1000-2000€.
Siehe auch:
Buchstabe F
10 Begriffe
Faserbewehrung
Zugabe von Stahl-, Glas- oder Kunststofffasern zur Erhöhung der Biegezugfestigkeit und Rissverteilung. Dosierung 0,5-2 Vol-%.
Beispiel:
25 kg/m³ Stahlfasern erhöhen F-Klasse um 1-2 Stufen.
Siehe auch:
Feldbegrenzungsfuge
Scheinfuge zur Begrenzung von Estrichfeldern. Bei Heizestrich max. 40m², Seitenverhältnis max. 1:2.
Beispiel:
Schnitttiefe 1/3 bis 1/2 der Estrichdicke.
Siehe auch:
Festigkeitsklasse
Einstufung nach Druck- (C) und Biegezugfestigkeit (F). Kombination z.B. C25-F4 gibt beide Werte an.
Beispiel:
CT-C25-F4 = Zementestrich mit 25 N/mm² Druck-, 4 N/mm² Biegezugfestigkeit.
Siehe auch:
F-Klasse
Biegezugfestigkeitsklasse nach EN 13813. F1 bis F50, Zahl gibt Mindestbiegezugfestigkeit in N/mm² an.
Beispiel:
F4 = Standard für Wohnbereich, F7 = erhöhte Anforderung.
Siehe auch:
Fließestrich
Selbstnivellierender Estrich mit fließfähiger Konsistenz. Meist CA-basiert, Ausbreitmass > 22cm.
Beispiel:
Verarbeitung mit Schlauchpumpe, selbstnivellierend ab 20mm.
Siehe auch:
Fließmittel
Zusatzmittel zur Verflüssigung ohne Wasserzugabe. PCE-basiert (Polycarboxylatether), Dosierung 0,5-2%.
Beispiel:
Ermöglicht Pumpförderung ohne Festigkeitsverlust.
Siehe auch:
FPC
Factory Production Control - Werkseigene Produktionskontrolle zur Qualitätssicherung. Pflicht für CE-Kennzeichnung.
Beispiel:
Tägliche Konsistenzprüfung, wöchentliche Festigkeitsprüfung.
Siehe auch:
Frühfestigkeit
Festigkeit nach kurzer Erhärtungszeit. 1-Tag-, 3-Tage- oder 7-Tage-Festigkeit.
Beispiel:
Schnellestrich erreicht 50% Endfestigkeit nach 24h.
Siehe auch:
Fugen
Unterbrechungen im Estrich. Arten: Bewegungsfuge, Scheinfuge, Randfuge, Arbeitsfuge.
Beispiel:
Fugenplan vor Estricheinbau festlegen.
Siehe auch:
Funktionsheizen
Erstes Aufheizen der Fußbodenheizung zur Funktionsprüfung. Nach 7 Tagen (CA) bzw. 21 Tagen (CT).
Beispiel:
Start mit 25°C, täglich +5°C bis Maximaltemperatur.
Siehe auch:
Buchstabe G
9 Begriffe
Gesteinskörnung
Zuschlagstoffe wie Sand und Kies. Korngruppen 0/4, 0/8 oder 0/16mm. Anteil 75-85% des Estrichvolumens.
Beispiel:
Sieblinie B8 für Estrich 0/8mm optimal.
Siehe auch:
Gips
Calciumsulfat-Dihydrat (CaSO₄ · 2H₂O). Entsteht aus Anhydrit durch Wasseraufnahme beim Abbinden.
Beispiel:
Alpha-Halbhydrat für hochfeste CA-Estriche.
Siehe auch:
Glasfasern
Alkaliresistente Fasern zur Bewehrung. Länge 6-24mm, Dosierung 0,5-2 kg/m³. Verbessert Rissverhaltung.
Beispiel:
AR-Glasfasern mit Zirkonoxid-Beschichtung.
Siehe auch:
Glättung
Mechanische Oberflächenbearbeitung zur Erzielung einer glatten, porenarmen Oberfläche. Maschinell oder manuell.
Beispiel:
Maschinenglättung mit Flügelglätter bei hartem Estrich.
Siehe auch:
Gleichgewichtsfeuchte
Feuchtegehalt im hygroskopischen Gleichgewicht mit Umgebungsklima. Bei 20°C/65% r.F.: CT ca. 1,5%, CA ca. 0,3%.
Beispiel:
Dauerhafte Feuchte nach vollständiger Trocknung.
Siehe auch:
Gradierung
Temperaturabstufung bei Fußbodenheizung. Vorlauf-/Rücklauftemperatur und Spreizung.
Beispiel:
35/28°C bei Niedertemperaturheizung.
Siehe auch:
Grenzabmaße
Zulässige Toleranzen für Ebenheit und Höhenlage. Nach DIN 18202 Tabelle 3.
Beispiel:
4mm auf 4m Messstrecke bei erhöhten Anforderungen.
Siehe auch:
Grundierung
Vorbehandlung des Untergrunds zur Verbesserung der Haftung. Epoxidharz- oder Dispersionsbasis.
Beispiel:
Tiefengrund bei saugenden Untergründen.
Siehe auch:
Gussasphalt
Estrich aus Bitumen und Gesteinskörnungen (AS). Heißverarbeitung bei 220-250°C, sofort begehbar nach Abkühlung.
Beispiel:
AS-IC10 für Industrieböden, AS-IC15 für Parkdecks.
Siehe auch:
Buchstabe H
8 Begriffe
Haftbrücke
Verbindungsschicht zwischen Untergrund und Estrich bei Verbundestrichen. Zementschlämme, Epoxidharz oder spezielle Haftmittel.
Beispiel:
Frisch-in-frisch-Verarbeitung für optimale Haftung.
Siehe auch:
Haftzugfestigkeit
Zugfestigkeit senkrecht zur Verbundfläche. Mindestwert 1,5 N/mm² für Verbundestrich.
Beispiel:
Prüfung mit Haftzugprüfgerät, 5 Messstellen/100m².
Siehe auch:
Halbhydrat
Calciumsulfat-Halbhydrat (CaSO₄ · 0,5H₂O). Zwischenprodukt beim Brennen von Gips, Bindemittel für CA-Estrich.
Beispiel:
Alpha-Halbhydrat für hochfeste Estriche.
Siehe auch:
Harmonisierte Norm
EU-weit gültige Norm mit CE-Kennzeichnungspflicht. Veröffentlicht im EU-Amtsblatt, ersetzt nationale Normen.
Beispiel:
EN 13813 ist harmonisierte Norm für Estriche.
Siehe auch:
Hartstoffestrich
Estrich mit verschleißfesten Zuschlägen wie Korund, Siliciumcarbid oder Quarz. Oberfläche eingestreut oder eingemischt.
Beispiel:
8-10 kg/m² Hartstoffeinstreuung für Industrieböden.
Siehe auch:
Heizestrich
Estrich mit integrierter Fußbodenheizung/-kühlung. Rohre im Estrich verlegt, Überdeckung min. 45mm bei CT.
Beispiel:
Rohrverlegung auf Noppenplatte oder Tackersystem.
Siehe auch:
Höhenlage
Absolute Höhe der Estrichoberfläche. Toleranzen nach DIN 18202, Prüfung mit Nivelliergerät.
Beispiel:
±15mm bei Nennmaß bis 10m Raumlänge.
Siehe auch:
Hydratation
Chemische Reaktion von Zement mit Wasser. Bildet Calciumsilikathydrate (CSH) als Bindemittel.
Beispiel:
Vollständige Hydratation benötigt w/z-Wert > 0,4.
Siehe auch:
Buchstabe I
5 Begriffe
IC-Klasse
Eindringtiefe-Klasse für Gussasphalt. IC10 = max. 10mm, IC15 = max. 15mm, IC40 = max. 40mm Eindringtiefe.
Beispiel:
IC10 für hohe Belastung, IC40 für Wohnbereich.
Siehe auch:
Industrieestrich
Hochbelastbarer Estrich für gewerbliche Nutzung. Druckfestigkeit > C40, oft mit Hartstoffeinstreuung.
Beispiel:
CT-C50-F10-A12 mit 8mm Hartstoffschicht.
Siehe auch:
Innenrüttler
Gerät zur Verdichtung von Estrich. Tauchrüttler mit Frequenz 12.000-18.000/min.
Beispiel:
Systematisches Rütteln im 50cm-Raster.
Siehe auch:
ISO
International Organization for Standardization - Weltweite Normungsorganisation. ISO 9001 für Qualitätsmanagement.
Beispiel:
ISO 9001:2015 Zertifizierung für QM-System.
Siehe auch:
ITT
Initial Type Testing - Erstprüfung vor CE-Kennzeichnung. Umfasst alle deklarierten Eigenschaften, gültig 5 Jahre.
Beispiel:
ITT-Bericht von akkreditiertem Labor, Kosten 1000-2000€.
Siehe auch:
Buchstabe K
10 Begriffe
Kalibrierung
Regelmäßige Überprüfung und Justierung von Prüf- und Messgeräten. Jährlich für Waagen, Thermometer, CM-Geräte.
Beispiel:
Kalibrierzertifikat von akkreditiertem Labor.
Siehe auch:
Karbonatisierung
Reaktion von Calciumhydroxid mit CO₂ zu Calciumcarbonat. Senkt pH-Wert, schützt Bewehrung nicht mehr.
Beispiel:
Karbonatisierungstiefe nach 50 Jahren ca. 20mm.
Siehe auch:
Kerndämmung
Wärmedämmung zwischen zwei Estrichschichten. Bei Doppelböden oder zweischaligen Konstruktionen.
Beispiel:
10cm Kerndämmung zwischen Roh- und Nutzestrich.
Siehe auch:
Knetmischer
Zwangsmischer für Estrichmörtel. Mischwerkzeuge rotieren planetär, Mischzeit 2-3 Minuten.
Beispiel:
250-500 Liter Mischvolumen für Baustellenmischer.
Siehe auch:
Konformität
Erfüllung der festgelegten Anforderungen. Basis für CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung.
Beispiel:
Konformitätsbewertung nach AVCP System 4.
Siehe auch:
Konsistenz
Verarbeitbarkeit des Frischmörtels. Klassen: erdfeucht (F1), plastisch (F2), weich (F3), fließfähig (F4), sehr fließfähig (F5).
Beispiel:
F3 = Ausbreitmass 14-20cm für konventionellen Estrich.
Siehe auch:
Korngruppe
Bezeichnung der Gesteinskörnung nach Siebgrößen. 0/4, 0/8, 0/16 = Größtkorn 4, 8 oder 16mm.
Beispiel:
0/8mm Standardkorngruppe für Estrich.
Siehe auch:
Korrosionsschutz
Schutz von Bewehrung vor Rost. Alkalischer pH-Wert > 12,5 passiviert Stahl.
Beispiel:
Betondeckung min. 15mm für Korrosionsschutz.
Siehe auch:
Kriechen
Zeitabhängige Verformung unter Dauerlast. Besonders bei Kunststoffdämmstoffen relevant.
Beispiel:
Kriechverformung < 2% nach 10 Jahren.
Siehe auch:
Kunstharzestrich
Estrich mit Reaktionsharz als Bindemittel (SR). Epoxid-, PU- oder Methacrylatharz. Chemikalienbeständig, schnell erhärtend.
Beispiel:
SR-C40-F10 für hochbelastete Industrieböden.
Siehe auch:
Buchstabe L
4 Begriffe
Lastverteilungsschicht
Estrichfunktion zur gleichmäßigen Verteilung von Punktlasten auf den Untergrund.
Beispiel:
Schwimmender Estrich als Lastverteilungsschicht.
Siehe auch:
Leistungserklärung
DoP (Declaration of Performance) - Herstellererklärung über Produktleistungen. Grundlage für CE-Kennzeichnung.
Beispiel:
DoP online verfügbar, 10 Jahre aufbewahren.
Siehe auch:
Ließmaß
Maß für die Fließfähigkeit von Fließestrich. Prüfung mit Ließkegelgerät, Angabe in cm.
Beispiel:
Ließmaß > 22cm für selbstnivellierenden Estrich.
Siehe auch:
Luftporen
Eingeschlossene Luftblasen im Estrich. Reduzieren Festigkeit, erhöhen Dämmwirkung.
Beispiel:
Luftporengehalt < 5% für Normalestriche.
Siehe auch:
Buchstabe M
7 Begriffe
MA
Magnesite screed - Magnesiaestrich nach EN 13813. Bindemittel Magnesiumoxid mit Magnesiumchlorid-Lösung.
Beispiel:
MA-C40-F7 für Industrieböden ohne Feuchtebelastung.
Siehe auch:
Magnesiabinder
Magnesiumoxid (MgO) als Bindemittel. Reagiert mit Magnesiumchlorid-Lösung zu Sorelzement.
Beispiel:
Kaustisch gebrannte Magnesia, Mahlfeinheit 5000 cm²/g.
Siehe auch:
Mahlfeinheit
Spezifische Oberfläche des gemahlenen Bindemittels. Angabe in cm²/g nach Blaine.
Beispiel:
Zement CEM I: 3500 cm²/g, CEM II: 4000 cm²/g.
Siehe auch:
Messstrecke
Prüflänge zur Ebenheitsmessung. 0,1m, 1m, 4m oder 10m nach DIN 18202.
Beispiel:
4m-Latte für Standardmessung.
Siehe auch:
Mischungsverhältnis
Gewichtsverhältnis Bindemittel zu Zuschlag. Bei Zementestrich typisch 1:4 bis 1:6.
Beispiel:
1:5 = 300 kg Zement auf 1500 kg Sand.
Siehe auch:
Mischzeit
Dauer des Mischvorgangs. Zwangsmischer 2-3 min, Freifallmischer 3-5 min.
Beispiel:
Verlängerte Mischzeit bei Faserzugabe.
Siehe auch:
Monolithischer Estrich
Einschichtiger Estrich direkt auf tragfähigem Untergrund. Oft mit Hartstoffeinstreuung.
Beispiel:
Betonplatte mit monolithischem Hartstoffestrich.
Siehe auch:
Buchstabe N
8 Begriffe
Nachbehandlung
Maßnahmen zum Schutz des jungen Estrichs. Abdecken mit Folie, Feuchthalten, Temperaturkontrolle.
Beispiel:
7 Tage Folie bei Zementestrich, 2 Tage bei CA.
Siehe auch:
Nenndicke
Planmäßige Solldicke des Estrichs. Mindestdicke nach DIN 18560 je nach Konstruktion.
Beispiel:
Schwimmend: CT min. 45mm, CA min. 35mm.
Siehe auch:
Nennfestigkeit
Deklarierte charakteristische Festigkeit. Basis für Klassifizierung nach EN 13813.
Beispiel:
C25 = 25 N/mm² Nenndruckfestigkeit.
Siehe auch:
Nivellement
Höhenmessung zur Bestimmung der Estrichhöhenlage. Mit Nivelliergerät oder Rotationslaser.
Beispiel:
Höhenpunkte im 10m-Raster setzen.
Siehe auch:
Normprüfung
Standardisierte Prüfverfahren nach EN 13892. Sichert Vergleichbarkeit der Ergebnisse.
Beispiel:
Druckprüfung nach EN 13892-2.
Siehe auch:
Notifizierte Stelle
Von EU benanntes akkreditiertes Prüflabor. Für bestimmte Konformitätsnachweise erforderlich.
Beispiel:
Vierstellige Kennnummer, z.B. 0769.
Siehe auch:
NPD
No Performance Determined - Keine Leistung festgelegt. Verwendung in DoP für nicht deklarierte Eigenschaften.
Beispiel:
Brandverhalten: NPD bei nicht geprüfter Eigenschaft.
Siehe auch:
Nutzestrich
Estrich ohne Belag als Nutzschicht. Mit verschleißfester Oberfläche, oft Hartstoffeinstreuung.
Beispiel:
Geschliffener Sichtestrich in Loftwohnungen.
Siehe auch:
Buchstabe O
2 Begriffe
Oberflächenfestigkeit
Widerstand der Estrichoberfläche gegen mechanische Beanspruchung. Prüfung mit Ritzgerät oder Kugelschlagprüfung.
Beispiel:
Mindest-Oberflächenzugfestigkeit 1,5 N/mm².
Siehe auch:
Oberflächenzugfestigkeit
Zugfestigkeit der obersten Estrichschicht. Prüfung mit Haftzugprüfgerät, wichtig für Beschichtungen.
Beispiel:
Min. 1,5 N/mm² für Epoxidbeschichtungen.
Siehe auch:
Buchstabe P
7 Begriffe
Passivierung
Korrosionsschutz von Stahl durch alkalisches Milieu (pH > 12,5). Bildet schützende Oxidschicht.
Beispiel:
Passivierungsschicht bei Stahlbewehrung im Zementestrich.
Siehe auch:
PCE
Polycarboxylatether - Moderne Fließmittel für Beton und Estrich. Hohe Wasserreduktion bis 40%.
Beispiel:
0,5-1,5% PCE für selbstverdichtenden Estrich.
Siehe auch:
pH-Wert
Maß für sauren/basischen Charakter. Zementestrich pH 12-13, Gipsestrich pH 7-8.
Beispiel:
pH > 12,5 für Passivierung von Stahl.
Siehe auch:
Portlandzement
CEM I nach EN 197-1. Hauptbestandteil Portlandzementklinker (> 95%). Häufigstes Bindemittel für CT-Estrich.
Beispiel:
CEM I 42,5 R = Portlandzement mit hoher Frühfestigkeit.
Siehe auch:
Primer
Grundierung zur Haftvermittlung und Porenverschluss. Epoxid-, PU- oder Dispersionsbasis.
Beispiel:
2K-Epoxy-Primer für Kunstharzbeschichtungen.
Siehe auch:
Prüfkörper
Genormte Proben für Materialprüfungen. Prismen 40x40x160mm oder Würfel 150x150x150mm.
Beispiel:
3 Prismen pro Prüfung, 28 Tage Lagerung.
Siehe auch:
Pumpestrich
Mit Betonpumpe förderbarer Estrich. Konsistenz F4/F5, oft CA-Fließestrich.
Beispiel:
Förderleistung 20-40 m³/h, Reichweite bis 200m.
Siehe auch:
Buchstabe Q
4 Begriffe
QM-System
Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001. Dokumentierte Verfahren zur Qualitätssicherung.
Beispiel:
Jährliches Überwachungsaudit, Rezertifizierung alle 3 Jahre.
Siehe auch:
Qualitätskontrolle
Laufende Überwachung der Produktqualität. Teil der werkseigenen Produktionskontrolle (FPC).
Beispiel:
Täglich Konsistenz, wöchentlich Festigkeit prüfen.
Siehe auch:
Quellen
Volumenveränderung durch Wasseraufnahme. Bei Holzdämmstoffen und Anhydrit kritisch.
Beispiel:
Anhydrit quillt bei Feuchtigkeit bis 0,5%.
Siehe auch:
Querdehnungszahl
Poisson-Zahl - Verhältnis Querdehnung zu Längsdehnung. Für Estrich 0,15-0,25.
Beispiel:
Zementestrich: 0,20, Gipsestrich: 0,25.
Siehe auch:
Buchstabe R
9 Begriffe
Randdämmstreifen
Elastische Dämmung zwischen Estrich und aufgehenden Bauteilen. Verhindert Schallübertragung und Rissbildung. Dicke 8-10mm.
Beispiel:
PE-Schaum 10mm, überstand nach Belag abschneiden.
Siehe auch:
Reaktionsharz
Zweikomponentige Kunstharze (Harz + Härter). Epoxid, Polyurethan oder Methacrylat für SR-Estrich.
Beispiel:
Mischverhältnis A:B genau einhalten, Topfzeit beachten.
Siehe auch:
REA-Gips
Rauchgasentschwefelungsanlagen-Gips. Synthetischer Gips aus Kraftwerken, Rohstoff für CA-Estrich.
Beispiel:
Gleiche Qualität wie Naturgips, oft reiner.
Siehe auch:
Reibebrett
Handwerkzeug zum Glätten der Estrichoberfläche. Holz, Kunststoff oder Schwammgummi.
Beispiel:
Holzreibebrett für raue, Stahlglätter für glatte Oberfläche.
Siehe auch:
Restfeuchte
Verbleibende Feuchtigkeit im Estrich, gemessen in CM-% oder Masse-%. Kriterium für Belegreife.
Beispiel:
CT ≤ 2,0 CM-%, CA ≤ 0,5 CM-% für Parkett.
Siehe auch:
Rezeptur
Genaue Zusammensetzung des Estrichs. Bindemittel, Zuschlag, Wasser, Zusatzstoffe mit Mengenangaben.
Beispiel:
CT-C25-F4: 320 kg/m³ CEM II/A-S 42,5 R.
Siehe auch:
Rissbildung
Trennungen im Estrichgefüge durch Schwinden, Temperatur oder Belastung. Vermeidung durch Fugen und Bewehrung.
Beispiel:
Schwindrisse in ersten 28 Tagen, später Spannungsrisse.
Siehe auch:
Rohdichte
Masse pro Volumeneinheit inkl. Poren. Zementestrich 1800-2200 kg/m³, Gipsestrich 1600-2000 kg/m³.
Beispiel:
Leichtestrich < 1400 kg/m³, Normalestrich > 2000 kg/m³.
Siehe auch:
Rücklauftemperatur
Temperatur des Heizwassers nach Durchlauf durch Fußbodenheizung. Typisch 5-10K unter Vorlauf.
Beispiel:
Vorlauf 35°C, Rücklauf 28°C = 7K Spreizung.
Siehe auch:
Buchstabe S
13 Begriffe
Sanierung
Instandsetzung schadhafter Estriche. Risse verpressen, Abplatzungen reprofilieren, Oberfläche versiegeln.
Beispiel:
Rissinjektion mit EP-Harz, Überspachtelung.
Siehe auch:
Scheinfuge
Sollbruchstelle zur kontrollierten Rissbildung. Schnitttiefe 1/3 bis 1/2 der Estrichdicke.
Beispiel:
Einschneiden nach 1-2 Tagen mit Fugenschneider.
Siehe auch:
Schichtdicke
Dicke der Estrichschicht. Mindestdicken nach DIN 18560 abhängig von Konstruktionsart.
Beispiel:
Verbund min. 10mm, schwimmend min. 35-45mm.
Siehe auch:
Schnellestrich
Schnell erhärtender und trocknender Estrich. Belegreif nach 1-7 Tagen statt 28 Tagen.
Beispiel:
CAF-Estrich belegreif nach 24-48h.
Siehe auch:
Schwimmender Estrich
Estrich auf Dämmschicht ohne Verbund zu angrenzenden Bauteilen. Standard im Wohnungsbau.
Beispiel:
CT-F4 auf 30mm Trittschalldämmung.
Siehe auch:
Schwinden
Volumenverminderung durch Wasserverlust. Zementestrich 0,3-0,6 mm/m, Gipsestrich 0,1-0,2 mm/m.
Beispiel:
90% des Schwindens in ersten 28 Tagen.
Siehe auch:
Sieblinie
Kornzusammensetzung der Gesteinskörnung. Grafische Darstellung der Kornverteilung.
Beispiel:
Sieblinie A/B oder C nach DIN 1045.
Siehe auch:
Sorelzement
Bindemittel aus Magnesiumoxid und Magnesiumchlorid. Basis für Magnesiaestrich (MA).
Beispiel:
MgO + MgCl₂-Lösung = Sorelzement.
Siehe auch:
Spreizung
Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf der Fußbodenheizung. Typisch 5-10K.
Beispiel:
35/28°C = 7K Spreizung optimal.
Siehe auch:
SR
Synthetic resin screed - Kunstharzestrich nach EN 13813. Epoxid-, PU- oder MMA-basiert.
Beispiel:
SR-C40-F10-AR1 für Industrieböden.
Siehe auch:
Stahlfasern
Drahtfasern zur Bewehrung. Länge 25-60mm, Durchmesser 0,5-1,0mm, Dosierung 15-40 kg/m³.
Beispiel:
Hakenfasern für bessere Verankerung.
Siehe auch:
Steinholzestrich
Alter Begriff für Magnesiaestrich. Holzspäne als Zuschlag möglich.
Beispiel:
Historische Bezeichnung, heute MA nach EN 13813.
Siehe auch:
System 4
AVCP-System für Estriche. Hersteller erklärt Konformität eigenverantwortlich ohne externe Stelle.
Beispiel:
ITT und FPC in Eigenverantwortung.
Siehe auch:
Buchstabe T
6 Begriffe
Temperaturdehnfuge
Bewegungsfuge zur Aufnahme temperaturbedingter Längenänderungen. Bei Heizestrich zwingend erforderlich.
Beispiel:
An Türöffnungen und bei Feldgrößen > 40m².
Siehe auch:
Topfzeit
Verarbeitungszeit von Reaktionsharzen nach dem Mischen. Bei 20°C typisch 20-40 Minuten.
Beispiel:
Epoxidharz: 30 min bei 20°C, 15 min bei 30°C.
Siehe auch:
Trennschicht
Folie (PE 0,2mm) zwischen Estrich und Untergrund. Verhindert Verbund und Feuchtigkeitsübertragung.
Beispiel:
2-lagig mit 10cm Überlappung verlegen.
Siehe auch:
Trittschalldämmung
Dämmschicht zur Reduzierung der Trittschallübertragung. Dynamische Steifigkeit < 30 MN/m³.
Beispiel:
20-30mm Mineralwolle oder EPS DEO.
Siehe auch:
Trocknungszeit
Zeit bis zum Erreichen der Belegreife. CT ca. 4 Wochen/cm, CA ca. 1 Woche/cm Dicke.
Beispiel:
5cm CT-Estrich: ca. 6-8 Wochen bis Belegreife.
Siehe auch:
Typprüfung
ITT (Initial Type Testing) - Erstmalige Prüfung eines neuen Produkttyps für CE-Kennzeichnung.
Beispiel:
Bei Rezepturänderung neue Typprüfung erforderlich.
Siehe auch:
Buchstabe U
3 Begriffe
Überdeckung
Estrichdicke über Heizrohren oder Bewehrung. Min. 45mm bei CT, 40mm bei CA über Heizrohren.
Beispiel:
Nenndicke = Rohraußendurchmesser + 45mm.
Siehe auch:
Unterbeton
Betonschicht als tragfähiger Untergrund für Estrich. Meist C8/10 oder C12/15.
Beispiel:
5cm Unterbeton auf Erdreich, darauf Verbundestrich.
Siehe auch:
Untergrundvorbereitung
Vorbereitung der Fläche vor Estricheinbau. Reinigen, Grundieren, Nivellieren, Abdichten.
Beispiel:
Kugelstrahlen bei Verbundestrich für optimale Haftung.
Siehe auch:
Buchstabe V
8 Begriffe
Vakuumestrich
Estrich mit Wasserentzug durch Vakuum direkt nach Einbau. Verkürzt Trocknungszeit erheblich.
Beispiel:
Belegreif nach 7-14 Tagen statt 28 Tagen.
Siehe auch:
Verbundestrich
Estrich mit kraftschlüssigem Verbund zum Untergrund. Haftzugfestigkeit min. 1,5 N/mm².
Beispiel:
10-50mm dick auf rauem Beton mit Haftbrücke.
Siehe auch:
Verdichtung
Entlüftung und Komprimierung des frischen Estrichs. Manuell, mit Rüttelflasche oder Rüttelböcken.
Beispiel:
Rüttelflasche alle 50cm einsetzen.
Siehe auch:
Verflüssiger
Zusatzmittel zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit ohne Wasserzugabe. PCE oder Naphthalinsulfonat.
Beispiel:
0,5-2% vom Zementgewicht dosieren.
Siehe auch:
Verschleißwiderstand
Widerstand gegen Abrieb nach Böhme. A-Klassen: A22 (22cm³/50cm²) bis A1,5 (1,5cm³/50cm²).
Beispiel:
A12 = Standard für normale Belastung.
Siehe auch:
Verzögerer
Zusatzmittel zur Verlängerung der Verarbeitungszeit. Bei hohen Temperaturen oder langen Transportwegen.
Beispiel:
0,2-0,5% Zitronensäure oder Weinsäure.
Siehe auch:
Vicat-Prüfung
Bestimmung von Erstarrungsbeginn und -ende mit Vicat-Nadel. Eindringwiderstand definiert Zeitpunkte.
Beispiel:
Erstarrungsbeginn wenn Nadel 6mm über Boden stoppt.
Siehe auch:
Vorlauftemperatur
Temperatur des Heizwassers beim Eintritt in Fußbodenheizung. Max. 55°C, meist 35-45°C.
Beispiel:
35°C bei Niedertemperatursystemen.
Siehe auch:
Buchstabe W
7 Begriffe
Wartezeit
Zeit zwischen Estricheinbau und Belastung. Begehbar nach 2-3 Tagen, voll belastbar nach 7-28 Tagen.
Beispiel:
CT begehbar nach 3 Tagen, CA nach 24h.
Siehe auch:
Wasserzementwert
w/z-Wert - Massenverhältnis Wasser zu Zement. Optimal 0,45-0,60 für Estrich.
Beispiel:
w/z = 0,50 bedeutet 50kg Wasser auf 100kg Zement.
Siehe auch:
Weißschleier
Kalkausblühungen auf der Estrichoberfläche. Calciumhydroxid reagiert mit CO₂ zu Calciumcarbonat.
Beispiel:
Mechanisch oder mit verdünnter Säure entfernen.
Siehe auch:
Werkfrischmörtel
Werkseitig hergestellter, transportfertig gemischter Estrichmörtel. Qualitätskonstant, zeitsparend.
Beispiel:
Lieferung im Fahrmischer, Verarbeitung binnen 90min.
Siehe auch:
Werkseigene Produktionskontrolle
FPC - Kontinuierliche Überwachung der Produktion durch Hersteller. Pflicht für CE-Kennzeichnung.
Beispiel:
Prüfpläne, Protokolle, Korrekturmaßnahmen dokumentieren.
Siehe auch:
WPK
Werkseigene Produktionskontrolle - Deutsche Bezeichnung für FPC (Factory Production Control).
Beispiel:
Teil des QM-Systems nach ISO 9001.
Siehe auch:
w/z-Wert
Wasser-Zement-Wert - Massenverhältnis. Bestimmt Festigkeit, Dichtigkeit und Dauerhaftigkeit.
Beispiel:
w/z < 0,50 für hohe Festigkeit, > 0,60 für gute Verarbeitbarkeit.
Siehe auch:
Buchstabe Z
10 Begriffe
Zement
Hydraulisches Bindemittel aus Kalkstein und Ton. Erhärtet mit Wasser zu festem Zementstein.
Beispiel:
CEM I 42,5 R = Portlandzement mit hoher Frühfestigkeit.
Siehe auch:
Zementestrich
CT - Häufigster Estrichtyp mit Zement als Bindemittel. Universal einsetzbar, feuchteunempfindlich.
Beispiel:
CT-C25-F4 Standardqualität für Wohnungsbau.
Siehe auch:
Zementleim
Mischung aus Zement und Wasser ohne Zuschlag. Bindet die Zuschlagskörner im Estrich.
Beispiel:
Zementleim füllt Zwischenräume der Körnung.
Siehe auch:
Zementschlämme
Dünnflüssige Zement-Wasser-Mischung als Haftbrücke. w/z-Wert 0,6-0,8.
Beispiel:
Frisch-in-frisch einbürsten für Verbundestrich.
Siehe auch:
Zugfestigkeit
Widerstand gegen Zugbeanspruchung. Biegezugfestigkeit oder Spaltzugfestigkeit.
Beispiel:
Biegezugfestigkeit F4 = 4 N/mm².
Siehe auch:
Zusammendrückbarkeit
Dickenänderung der Dämmschicht unter Last. Max. 3mm bei Trittschalldämmung, 5mm bei Wärmedämmung.
Beispiel:
c ≤ 3mm für schwimmenden Estrich.
Siehe auch:
Zuschlag
Gesteinskörnung (Sand, Kies, Splitt) als Hauptvolumenanteil (75-85%) des Estrichs.
Beispiel:
Quarzsand 0/8mm für Normalestrich.
Siehe auch:
Zusatzmittel
Chemische Zusätze zur Eigenschaftsverbesserung. Fließmittel, Beschleuniger, Verzögerer, Luftporenbildner.
Beispiel:
Dosierung 0,2-5% vom Bindemittelgewicht.
Siehe auch:
Zusatzstoffe
Fein gemahlene mineralische Stoffe. Flugasche, Silikastaub, Kalksteinmehl zur Verbesserung der Eigenschaften.
Beispiel:
Flugasche bis 33% als Zementersatz.
Siehe auch:
Zwangsmischer
Mischer mit rotierenden Mischwerkzeugen. Knet- oder Tellermischer für homogene Mischung.
Beispiel:
250-1000 Liter Nutzinhalt, 2-3 min Mischzeit.
Siehe auch:
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