Erstprüfung • Pflicht vor CE • EN 13813

ITT - Initial Type Testing für Estrich

Der komplette Leitfaden zur Erstprüfung nach EN 13813. Mit Prüflaboren, Kostenrechner, Checklisten und Praxistipps für eine erfolgreiche ITT.

Was ist ITT und warum ist sie so wichtig?

Die Initial Type Testing (ITT) oder Erstprüfung ist das Fundament jeder CE-Kennzeichnung für Estrichprodukte. Sie ist eine einmalige, umfassende Prüfung aller relevanten Produkteigenschaften durch ein akkreditiertes, unabhängiges Prüflabor.

Ohne gültige ITT-Prüfung dürfen Sie Ihre Estrichprodukte nicht mit CE-Kennzeichnung in Verkehr bringen – das ist EU-weit gesetzlich vorgeschrieben.

Rechtliche Grundlage

EU-Bauprodukteverordnung 305/2011

Harmonisierte Norm: EN 13813:2002

System: AVCP 4 (Eigenverantwortung)

Die ITT bildet zusammen mit der werkseigenen Produktionskontrolle (FPC) die Basis für Ihre Leistungserklärung (DoP).

ITT-Kostenrechner nach Estrichtyp

Prüfparameter für CT-Estrich

Pflichtprüfungen und optionale Zusatzprüfungen nach EN 13813

EigenschaftNormPflichtKostenDauerEinheit
DruckfestigkeitEN 13892-2
Pflicht
180-250€28 TageN/mm²
BiegezugfestigkeitEN 13892-2
Pflicht
180-250€28 TageN/mm²
Verschleißwiderstand BCAEN 13892-3
Optional
350-450€7 Tagecm³/50cm²
OberflächenhärteEN 13892-6
Optional
150-200€28 TageN/mm²
BrandverhaltenEN 13501-1
Pflicht
600-900€14 TageKlasse
WärmeleitfähigkeitEN 12664
Optional
400-500€7 TageW/(m·K)
Elektrischer WiderstandEN 13892-10
Optional
250-350€3 TageΩ
WasserdampfdurchlässigkeitEN 12086
Optional
300-400€14 Tageμ
SchwindmaßEN 13892-9
Optional
200-300€56 Tagemm/m
pH-WertEN 13454-2
Optional
80-120€1 Tag-

Pflichtprüfungen

1.400

Minimum für CE

Optionale Prüfungen

2.320

Zusatzleistungen

Gesamtkosten

1.400 - 3.720

+ 200€ Nebenkosten

Akkreditierte Prüflabore in Deutschland

Nur DAkkS-akkreditierte Labore nach EN ISO/IEC 17025 sind für ITT-Prüfungen zugelassen.

Kiwa GmbH - TBU Greven
DAkkS

48268 Greven

Akkreditierung:

DAkkS D-PL-11141-01-00

Schwerpunkt:

Alle Estricharten, Brandverhalten

+49 2571 9872-0

info.de@kiwa.com

www.kiwa.de

Besonderheiten:

Schnelle Bearbeitung
Online-Tracking
Vor-Ort-Probenahme möglich

MPA NRW
DAkkS

44227 Dortmund

Akkreditierung:

DAkkS D-PL-14162-01-00

Schwerpunkt:

Zement- und Calciumsulfatestriche

+49 231 4502-0

info@mpanrw.de

www.mpanrw.de

Besonderheiten:

Umfassende Beratung
Seminare
FPC-Unterstützung

PÜZ-Bau Friedrichshafen
DAkkS

88046 Friedrichshafen

Akkreditierung:

DAkkS D-PL-11140-01-00

Schwerpunkt:

Alle Estricharten, Sonderestriche

+49 7541 3706-0

info@puez-bau.de

www.puez-bau.de

Besonderheiten:

Süddeutschland
Kurze Wege
Persönliche Betreuung

ift Rosenheim
DAkkS

83026 Rosenheim

Akkreditierung:

DAkkS D-PL-14010-01-00

Schwerpunkt:

Brandverhalten, Wärmeschutz

+49 8031 261-0

info@ift-rosenheim.de

www.ift-rosenheim.de

Besonderheiten:

Spezialist Brandschutz
Thermische Eigenschaften
Schallschutz

LGA Bautechnik GmbH
DAkkS

90431 Nürnberg

Akkreditierung:

DAkkS D-PL-14550-01-00

Schwerpunkt:

Industrieestriche, Kunstharzestriche

+49 911 655-5225

bautechnik@lga.de

www.lga.de

Besonderheiten:

TÜV-Gruppe
International
Zertifizierungen

ITT-Zeitplan: Von der Planung zum Prüfbericht

8-Wochen-Plan für erfolgreiche ITT

Durchschnittliche Zeitplanung für eine Standard-ITT-Prüfung

Woche 0

Vorbereitung

  • Laborauswahl
  • Angebotseinholung
  • Rezepturdokumentation
Woche 1

Beauftragung

  • Auftragserteilung
  • Terminabstimmung
  • Materialbestellung
Woche 2

Probenherstellung

  • Rohstoffprüfung
  • Mischung
  • Prüfkörperherstellung
Woche 3-4

Lagerung

  • Normklima-Lagerung
  • 7-Tage-Festigkeit (optional)
  • Dokumentation
Woche 5-6

Hauptprüfungen

  • 28-Tage-Festigkeiten
  • Brandverhalten
  • Sonderprüfungen
Woche 7

Auswertung

  • Datenanalyse
  • Berichtserstellung
  • Qualitätssicherung
Woche 8

Abschluss

  • Prüfbericht
  • Zertifikat
  • Archivierung

ITT-Checkliste: Nichts vergessen!

Dokumentation

  • Rezeptur vollständig dokumentiert
  • Rohstoff-Datenblätter vorhanden
  • Sicherheitsdatenblätter aktuell
  • Produktbeschreibung erstellt
  • Verwendungszweck definiert

Technische Vorbereitung

  • Produktionsverfahren beschrieben
  • Mischzeiten festgelegt
  • Qualitätskontrollplan erstellt
  • Prüfmittel kalibriert
  • Personal geschult

Rechtliche Anforderungen

  • EN 13813 Anforderungen geprüft
  • Zusätzliche nationale Normen beachtet
  • Brandschutzklasse festgelegt
  • Umweltanforderungen geklärt
  • CE-Konformität vorbereitet

Laborauswahl

  • Akkreditierung geprüft (EN ISO/IEC 17025)
  • Prüfumfang abgestimmt
  • Kosten kalkuliert
  • Zeitplan vereinbart
  • Probenahme geklärt

Die 5 häufigsten ITT-Fehler und wie Sie sie vermeiden

Fehler #1: Unvollständige Rezepturdokumentation

Folgen:

ITT-Verzögerung, Nachforderungen des Labors

So vermeiden Sie es:

Alle Rohstoffe mit genauer Bezeichnung und Hersteller dokumentieren, inkl. Zusatzmittel

Kostenrisiko:

500-1000€ Mehrkosten

Fehler #2: Falsche Probenahme

Folgen:

Ungültige Prüfergebnisse, Wiederholung nötig

So vermeiden Sie es:

Probenahme nach EN 13892-1, am besten durch Laborpersonal

Kostenrisiko:

Komplette ITT-Wiederholung

Fehler #3: Zu optimistische Leistungswerte

Folgen:

FPC-Probleme, ständige Abweichungen

So vermeiden Sie es:

Realistische Werte deklarieren, Sicherheitsmarge einplanen

Kostenrisiko:

Dauerhafte Qualitätsprobleme

Fehler #4: Fehlende Brandschutzprüfung

Folgen:

Keine CE-Kennzeichnung möglich

So vermeiden Sie es:

Brandverhalten ist Pflicht, auch bei Klasse A1fl

Kostenrisiko:

800€ Nachprüfung

Fehler #5: Ungeeignetes Prüflabor

Folgen:

Nicht anerkannte Prüfberichte

So vermeiden Sie es:

Nur DAkkS-akkreditierte Labore beauftragen

Kostenrisiko:

Komplette Neuprüfung

Praxistipps vom Experten

Vor der ITT:

  • 1.Führen Sie interne Vorprüfungen durch - so erleben Sie keine bösen Überraschungen
  • 2.Dokumentieren Sie die Rezeptur fotografisch - jeder Rohstoffsack, jedes Etikett
  • 3.Planen Sie Puffer ein - deklarieren Sie 10-15% unter Ihren besten Werten
  • 4.Besprechen Sie Sonderanforderungen vorher mit dem Labor

Nach der ITT:

  • 1.Archivieren Sie alle Dokumente digital und physisch - mindestens 10 Jahre
  • 2.Erstellen Sie sofort Ihre DoP - verzögern Sie nicht
  • 3.Richten Sie Ihre FPC auf die ITT-Werte aus
  • 4.Informieren Sie Ihr Vertriebsteam über die neuen Leistungswerte

Häufig gestellte Fragen zur ITT

Hilfreiche Downloads

ITT-Erfolg in 10 Schritten

1
Rezeptur vollständig dokumentieren
2
Akkreditiertes Labor auswählen
3
Prüfumfang festlegen (Pflicht + Optional)
4
Kosten kalkulieren und Budget freigeben
5
Zeitplan mit Puffer erstellen
6
Probenahme koordinieren
7
Prüfung begleiten und überwachen
8
Prüfbericht kritisch prüfen
9
DoP erstellen und veröffentlichen
10
FPC auf ITT-Werte ausrichten

ITT-Management digitalisieren

Mit EstrichManager verwalten Sie alle ITT-Prüfungen digital. Automatische Erinnerungen bei Rezepturänderungen, lückenlose Archivierung aller Berichte und direkte DoP-Generierung aus ITT-Daten.